Samstag, 10. Dezember 2011

Peru Peru Peru

Nach dem sensationellen Huayhuash Trek in der Cordillera Huayhuash wollte ich weiter in den Süden und zwar nach Arequipa. Allerdings erwartete mich in Huaraz eine Überraschung. Die Minenarbeiter von Catac beschlossen nämlich frecherweise genau an diesem Tag eine Strassenblockade zu errichten. So fuhr kein Bus nach Lima, wo ich hin musste um nach Arequipa zu gelangen. Also entschloss ich mich einen Umweg zu fahren mit einem Nachtbus an die Küste. Da kam ich dann auch mitten in der Nacht an und da ich nicht der Einzige war mit dieser Idee, standen Benjamin und ich mitten in der Nacht, das heisst etwa um 02:00, an der Strasse mit etwa 40 anderen Leuten. Dann begann das Spiel. Alle Busse, welche vom Norden nach Lima fahren, kommen an diesem Ort vorbei und dann heisst es Busse anhalten. Kaum hielt ein Bus rannten alle zu diesem haltenden Bus und probierten einen Platz zu ergattern. Jedoch nahm jeder haltende Bus nur etwa zwei bis drei Leute mit und fuhr dann weiter. So spielten wir dieses Spiel mit bis wir dann noch etwa die Letzten waren, welche es nicht geschafft hatten einen Bus zu erwischen. Doch dann, siehe da, etwa 1 Stunde später bekamen auch wir einen Sitzplatz in einem Bus und fuhren weitere 5 Stunden nach Lima. Da angekommen wollte ich so schnell wie möglich weiter. Jedoch fuhren die Busse nur am Nachmittag und so hatte ich noch ein bisschen Zeit um mir Lima anzuschauen, die Hauptstadt von Peru. So tickte ich schnell die wichtigsten Plazas ab gönnte mir seit langem wieder einmal einen BigMac und natürlich einen Pisco Sour ;-). Dann ging es weiter mit einem super Luxusbus, 16 Stunden nach Arequipa. Die Fahrt an der Küste entlang war beeindruckend, die Landschaft hier sieht aus wie in der Wüste, trocken.
Hostal Terrasse in Arequipa mit Vulkan im Hintergrund
 Am frühen Morgen kam ich dann in Arequipa an, wo ich schon von den zwei coolen Österreicherinnen die Adresse von einem schönen Hostal bekommen hatte. Da angekommen waren sie immer noch da, weil man natürlich ohne so einen Viajero-Typen, Gentleman und Koch wie mich nicht weiterreisen möchte ;-). So bekam ich gleich am Nachmittag eine Stadtführung in Österreichisch. Das Wetter hier war super, heisse Temperaturen, Sonnenschein so dass ich mir an jeder zweiten Ecke ein Eis kaufen musste. Die Stadt selber ist bekannt für ihre weissen Gebäude und für die Outdoorfreaks, für den bekannten Colca Canyon, welcher der zweittiefste der Welt ist. Das war eigentlich auch der Grund warum ich nach Arequipa fuhr. Allerdings war ich mir nie sicher ob ich in den Colca Canyon soll oder seinen Bruder, welcher dann der tiefste der Welt und weitaus weniger touristisch ist. So wurde ich am Abende von den zwei Chicas belehrt, dass der Colca Canyon es nicht wert ist, weil es einfach zu touristisch und auch nicht wirklich spektakulär ist, zumindest wenn man grad vom Himalaya von Südamerika kommt. So wusste ich nicht genau was ich machen sollte, der tiefste Canyon ist 12 Stunden Busfahrt entfernt von Arequipa und um zum Colca Canyon zu kommen muss man um 03:00 morgens auf den Bus, also beides nicht wirklich Elia like. So entschloss ich mich irgendwann am 11.11.11 um 11.11 bei einem Bier die Ladies zu begleiten und direkt nach Cusco weiterzufahren. So ging es am nächsten Morgen dann gleich weiter nach Cusco. Die Busfahrt dauerte allerdings auch etwa 10 Stunden, war jedoch wirklich schön. Das einzige Problem war, dass die Südamerikaner einfach nie das Richtige machen in Bussen. Das heisst wenn es kalt ist kühlen sie den Bus noch weiter runter und wenn der Bus mal wirklich gekühlt werden sollte, dann lassen sie dich einfach langsam aber stetig garen. Das Letztere war auf dieser Fahrt eingetroffen, freu!


So kamen wir am Abend in der Inka Hauptstadt an und fanden nach einer kleinen Stadtrundtour ein gemütliches Hostal mit allem was man so braucht. Mein Plan war es nach langer Zeit wieder einmal für zwei Tage keinen Plan zu haben! So machte ich mir zwei gemütliche Tage wo ich einfach so tat auf was ich gerade so Bock hatte! Das hiess am Samstagabend ging es gleich mal steil in das Nachtleben von Cusco, was für ein Spass, Reggae, Inka Band, Cubas und viel Bier. Genial! Nach zwei Tagen Nichts tun wurde es Zeit wieder was zu unternehmen. So beschloss ich mir ein paar Ruinen anzuschauen. Ich dachte 4 Inkaruinen wären genug und so ging’s als erstes nach Pisaq, einer Ruine welche sich auf einem Bergkamm befand mit diversen Terrassen und Tempeln. Die Inkas, muss ich immer wieder feststellen, wussten wirklich wo man einen Tempel hinbaut. Die Aussicht war nämlich wieder mal fantastisch! Nach dem wir diese Inkastätte bewandert hatten ging es wieder zurück nach Cusco, wo wir auf dem Weg noch bei zwei weiteren Ruinen einen Stopp machten. Die waren schön vom Abendlicht beleuchtet, aber nicht sehr speziell. Letzter Stopp war dann Sexywoman oder wie es die Inkas wohl gesagt haben, Sacsayhuaman. Eine Festungsanlage, mit beeindruckenden grossen Steinen, welche aufeinander passen wie ein Puzzle! Diese besuchte ich schon vor zehn Jahren mit meinen Eltern und ich muss sagen es war doch wieder schön. Von da aus liefen wir gemütlich zurück nach Cusco. Dann war noch last minute Organisieren angesagt, da wir geplant hatten am nächsten Tag einen 4-tägigen Trek nach Choquequirau zu gehen, eine weitere Inkaruine, welche man nur zu Fuss erreichen kann. So gingen wir einkaufen für die 4 Tage, Kocher und Gas kaufen, Kochtopf ausleihen und was man halt noch so alles braucht, was wir in letzter Minute noch schafften.


Lecker Fleisch Rollen
Pisaq

Pimp ;-)

Pukapukara
Tambomachay
Sacsayhuaman

Am nächsten Morgen ging es los mit verschiedenen Colectivos 4 Stunden nach Cachora und noch ein bisschen weiter. Hier eröffnete sich uns einen Blick in ein Tal, welches anscheinend schöner sein sollte als der Colca Canyon, Pachamama sei Dank :-). So nahmen wir gleich mal die 1500 Höhenmeter in Angriff, welche es runter ging bis zum Fluss, jedoch mit kleiner Stärkung (Bier) unterwegs. Dann auf der anderen Talseite wieder hoch, geschätzte 800 Höhenmeter, wo wir in Santa Rosa Alto unser Lager aufstellten. Hier gab es ein leckeres Abendessen und es hiess so viel zu essen wie möglich, damit zumindest mein Rucksack ein bisschen leichter wird. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zu der Ruine Choquequirau, welche auf 3000m liegt. Die Sicht von der Ruine war wieder weltklasse, imposante Täler, Schneegipfel und eine Weitsicht vom feinsten. Die Ruinen selber waren es auch wert, in den super steilen Hängen Terrassen, Häuser wie man sie von Machu Picchu kennt. Am Abend nach genauerem Studieren der „Landkarte“ und dem Food-Überschuss welchen wir dabei hatten, entschloss ich mich noch weiter in die Täler dieser super schönen Landschaft zu laufen. So machte ich mir noch eine Challenge am nächsten Tag. Das Ziel war Yanama, ein kleines Dorf gute 30km entfernt, was laut Einheimischen nicht möglich ist an einem Tag. So lief ich am Morgen alleine los, die anderen zwei Chicas liefen auf einem anderen Weg zurück. Ich schaffte es in 10 Stunden das Dorf zu erreichen und somit gerade noch vor der eintreffenden Dunkelheit. Es war eine wirkliche Herrausforderung, was man nämlich nicht sah auf der Landkarte sind die Höhenmeter… So schätze ich, es waren gut 5000 Höhenmeter an diesem Tag. In Yanama wurde ich dann von einem netten Dorfbewohner aufgenommen, bei welchem ich in seiner ganz einfachen Hütte mit ihm kochen konnte. Ich bestand darauf mein Food zu kochen da ich es nicht weiter tragen mochte. So gab es Pasta mit Tomatensauce und Würstchen. Für ihn und sein Bruder welcher später auch noch vorbei kam sehr wahrscheinlich das erste Mal. Es war schön und interessant mit den zwei Jungs zu quatschen und einen Abend zu verbringen. Am nächsten Tag hiess es weiter zu gehen. Nach Angaben der zwei Jungs ein bisschen rauf und dann wieder runter. Jedoch ging es ganze 3 Stunden hoch über einen schneebedeckten Pass, es war arschkalt und nochmals 2 Stunden runter bis ich an meinem Zielort ankam. Es waren weitere 20km. Ich wurde da gleich von etwa 20 Handwerkern begrüsst und eingeladen mit ihnen so ein heisses Milchgetränk zu trinken. Es war eine super Aufwärmung und lustig mit den Jungs, welche gerade dabei waren für Touristen ein Camp aufzubauen. Von da ging es dann mit einem Transporter, Colectivos und Bus zurück in die Zivilisation nach Cusco, wo ich um 03:00 ankam, leider ein bisschen zu spät, um den Samstagabendausgang noch mitzunehmen. So blieb ich noch zwei weitere Tage in Cusco, da mir die Stadt ziemlich gut gefiel, bevor es weiter ging nach Puno, an den Lago Titicaca.









Ich fuhr weiter mit dem Bus nach Puno. Es regnete den ganzen Tag wie aus Kübeln und in Puno angekommen verliess ich mein Hostal nicht. Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg zu einer Inka Grabstätte, welche nicht so besonders war aber die Aussicht dafür. Dann zurück zum Hostal, Rucksack abholen und mit dem Bus in Richtung Copacabana, Bolivien!


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Zu dinam Poser-Foto vom Choquequirao fallt mir nur eppas i: http://www.youtube.com/watch?v=MI-byc0S5TA
Baby, just be like King Kong, yes I am so strong, strong and mussle!! haha